Zum zweiten Mal stehen Schlebuscher Gesamtschüler beim Theaterfestival im Forum auf der Bühne. Das Programm, das im Rahmen des Faches "Darstellen und Gestalten" entstand, überzeugt das Publikum.
Im Anschluss gab es donnernden Applaus. Die Reaktionen der Medien waren überwältigend. So schreibt der Kölner Stadtanzeiger:
„Laientheater hin, Laientheater her: Das, was die Schlebuscher Gesamtschüler am Mittwoch unter dem Titel „Wundertüte“ auf die Bühne des großen Saales im Forum brachten, traf den Nerv des Theaterfreundes geradewegs. Denn die liebevoll selbst gebastelten Kostüme, die ausgeklügelten Arrangements und die Begeisterung, mit der die Jugendlichen aus den Stufen sieben bis zehn ihre im Rahmen des Wahlpflichtfaches „Darstellen und Gestalten“ ausgeheckten Ideen präsentierten, zeigte, wie viel Potenzial in manchem Nachwuchsmimen steckt.
Und es zeigte, was Theater im Kern ausmacht: Die Lust am kreativen Spiel. Die Lust, das Normale und Unscheinbare aufregend erscheinen zu lassen.“
Da wurden die vier Elemente oder die vier Jahreszeiten in wundervoll bunten Kostümen aufeinander losgelassen. Zuerst beschnupperten sie sich. Dann tanzten sie miteinander. Der kalte Winter ließ sich vom warmen Sommer wärmen. Der warme Sommer ließ sich vom kalten Winter die so heiß ersehnte Kühle zufächeln. Frühling und Herbst schwangen sich im Walzer-Takt hin und her. Und erst das Rumpeln eines Gewitters fegte alle von der Bühne - und machte Platz für eine herrliche, größtenteils pantomimische Schilderung eines Klassenausflugs in den Vergnügungspark.
Es begegneten sich traurige und lachende Schüler, Witzbolde, von Schnupfen Gebeutelte, Party-Mäuschen und Quasselstrippen. Sie fuhren Achterbahn, rannten in chaotisch-geordneten Choreografien durchs Abenteuerland und spielten Dosenwerfen auf menschliche Pyramiden, die unter lautem Gejohle zusammenfielen.
Prollige Romeos
Eine andere Truppe wiederum überführte Shakespeares Klassiker „Romeo und Julia“ ins Bohlen-Zeitalter und rezitierte die alten Texte im Rahmen eines Castings.
Da trafen prollige Romeos in Trainingshose auf bornierte, ihr Täschchen schwingende „Tussen“, quiekende Nesthäkchen auf Darsteller in der Abendgarderobe. Dann der Höhepunkt: die „Pubertäts-Revue“. In der wurden genussvoll sämtliche Jugend-Klischees ausgerollt: Lärmende Kinder im Bus, laut Musik hörende Jungs und Mädels, die coole Sprüche raushauen. Und die am Ende überraschenderweise doch der alten Generation den Vortritt lassen. Wie gesagt: eine echte Wundertüte.
